Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310569--07190-2310831- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
86 vollste, das den Uebergang macht, vom Gebiete dev Körperwelt in die Sphäre des Geistes? Und wer hat alle diese Verhältnisse jemals durchschaut? Hat nicht eben da« her auch «in Mysticismus der Sprache seinen Ursprung genommen und oft genug gespukt? — Jo allen diesen Versuchen, das Uebersinnliche schwärmerisch-mystisch aufzufassen, ist oft weder das Streben nach dem Wahren, noch das Durchblicken desselben zu verkennen; — allein im eigentlichen Gebiete der Wahrheit gilt nur der klare Begriff, der überzeugende Gedanke, die in sich selbst gegründete Idee; und Alles andere hat in demselben nur Werth, wiefern es zu diesen Endergebnissen führt. Die einzige Brücke aber, die einen sichern Uebergang zu diesen Resultaten darbietet, und das einzige Werkzeug, vermöge -essen sich der Geist dem Geiste vollständig austhut und erschließt, findet sich in einer gebildeten Sprache. Man könnte hier eine ausführliche Anwendung dieser Bemerkungen auf das Israelitische Schulwesen erwarten; allein wenn von Angelegenheiten der allgemeinen Menschenbildung die Rede ist, so könnten die besondern religiösen Verhältnisse wohl keine bedeutende Modificationen veranlassen. Darüber ist man indeß einverstanden, daß in unfern Anstalten und bei unserer Jugend eine doppelte Sorgfalt für die Sprachbildung Noth thut, weil die Vernachlässigung derselben Ursache und Wirkung unserer immer noch nicht ganz aufgehobenen Abgeschiedenheit, Zurücksetzung und Einseitigkeit zugleich ist. Daß die bei den meisten Rabbinen eingerissene Barbarei der Sprache nicht aus dem Judenthume selbst abzuleiten ist, weiß jeder, der die Geschichte nur oberflächlich kennt. Denn es war nicht im-