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Sulamith · 1825-01-01 · Heft 1 · p. Seite 85

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Journal
Sulamith
Volume
7 (1825-1833)
Issue
Heft 1
Article
Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
Date
1825-01-01
Page
Seite 85 (sequence 7)
Language
German
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So wie die klare, kernige, kräftige, gediegene Sprache der Wahrheit das charakteristische Merkmal eines mannlichen, gebildeten Geistes, eines biedern, geraden Sinnes ist, so giebt sie auch Zeugniß von einem lautern geregelten Gefühl; ja, sie ist selber das wirksamste Mittel, diese Lauterkeit und Harmonie der Gefühle hervorzubringen. Hatte man ihr immer diesen regulierenden Einfluß gegönnt, gewiß die Gewalt dunkler, dumpfer, nie zu dem Tageslicht des klaren Bewußtseins gelangender Gefühle wäre mehr in ihren Schranken gehalten worden und hätte nicht jene schwärmerische Mystik erzeugen können, die sich auch an einem unbestimmten, geheimnißvollen, immer in denselben Zauberformeln wiederkehrenden Ausdrucke zu erkennen giebt. Es läßt sich nicht leugnen, das menschliche Gefühl und die Ahnung reichen weit über den Grenzstein hinaus, wo die reine Erkenntniß Halt macht, und der Mensch kann sich dieses übersinnlichen Einflusses nicht erwehren, kann und soll das Hinübersehnen i und Hinüberahnen in eine Geisterwelt nicht aufgeben; allein, was sich nicht klar aufsassen und aussprechensich nicht in bestimmten, verständlichen Worten darlegen läßt, das sollte Jedermann still in feinem Innern bewahren und verschlossen halten; das sollte mindestens nimmer als Kriterium der Wahrheit gebraucht werden. 'Mysterien hat es freilich immer für den Menschengeist gegeben und wird es ewig für ihn geben, bleibt uns ja in dem Organismus der Sprache selbst ein solches Mysterium. Oder ist nicht das Walten des göttlichen Gesetzes eben so entschieden wahrzunehmen in der Menschensprache, ,als in der Natur? Ist nicht der Ton, das Wort, das Seelen-

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