Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 5)
- Language
- German
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mg Geschmack finden, oder doch nur geringen Nutzen aus den klassischen Schätzen aller wahren Geistesnahrung ziehen, kommt gewiß größrentheils daher, weil ihnen nicht sowohl die Form als vielmehr der Stoff, durch eine Masse von Begriffen, die theils aus dem Altcrthum, theils aus der Geschichte überhaupt, aus den Künsten u. s. w. entlehnt find, zu unverständlich und schwierig erscheint. Freilich wäre das emsige und aufmerksame Lesen klassischer Werke selbst das beste Mittel, diese Schwierigkeiten endlich zu übersteigen; allein dazu wird Anstrengung erfordert, die nicht gleich Genuß verspricht, und die scheut man. Die Schule kann hier zwar nicht Alles, aber doch sehr viel thun, dadurch, daß sie nicht bloß den Sinn für das Klassische weckt und belebt, sondern auch, indem sie dasjenige, was den Zutritt zu den Musterschriftstellern hemmt und erschwert, aus dem Wege räumt, einerseits durch Anleitungen, die sie selbst zum Berstehen solcher Werke giebt, andrerseits durch Anregung des Selbststudiums und hauptsächlich durch eine größtmögliche Grundläge wissenschaftlicher Ideen und literarischer Sachkunde. Bielwisserei und Dünkel lassen sich dabei durch Gründlichkeit und Method'e recht gut vermeiden. — So wird denn die Sprachsünde in ihrer Vollendung ln einer doppelten Richtung wirksam sein: sie führt zum Verständniß der in der Sprache enthaltenen literarischen Schätze, die alle Mittel der allgemeinen Bildung in sich schließen; sie bewirkt ferner die Regulirung und vollständige Entfaltung des Borraths an eignen Ideen und Begriffen, Gedanken und Empsindünge». Und zwar schafft sich bei einer gleichmäßigen