Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 15)
- Language
- German
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Quälen mit trockenen Formen, die dem Kinde lästig werden müssen, da sie die vollständige Gedankenlosigkeit methodisch einstudiren. Der Mißbrauch, der mit fremden Sprachen getrieben wird, möge hier noch unberührt bleiben. — Ein Kind, dem man noch nicht erklären kann, was die Wörter Nominativ, Genitiv u. s. w. bedeuten, sollte sie auch nicht aussprechen, weil cs sich sonst leicht gewöhnt, bei diesen und ähnlichen Ausdrücken lebenslänglich nichts zu denken; worüber man mit Wielen die Probe anstellen kann, die oft ein halbes Jahrzehend hindurch in mehrern Sprachen deklinirt und conjugirt haben. Will man aber bloß das Gedächtniß der Kinder üben, so sollte man ihnen doch wenigstens einen Stoff geben, bei dem sie etwas denken und der ihnen hei reiferem Alter von selbst klarer wird, wenn sie auch nicht gleich völlig in den Inhalt eindringen. Und dazu eignen sich doch wohl historische und andere Namen (spater auch Zahrzahlen) ü. dergl., besonders aber kleine Poesien, die den Sinn für Rhythmus wecken, weit mehr als grammatische Formen. Es ist durchaus eine gewisse Reife des Geistes nöthig, bevor ein sinniger Unterricht in der Grammatik beginnen kann, wenn dieser als eines der vorzüglichsten Bildungsmittel behandelt werden soll.*) *) Ein anderes ist es, wenn der Unterricht in der deutschen Sprache, wie cs hin und wieder der Fall ist, bloß in orthographischen, Deklinations - und Conjugations - Uebungcn und allenfalls in einigen Regeln über den Dativ und Accusativ besteht. Aber selbst diese Regeln würden, falls sie genügend sein sollten, ein tieferes Eindringen in die Grammatik erfordern; denn keine Regel kann überall mit Sicher-