Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 14)
- Language
- German
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schritte versprechen, wenn man in jeder Stunde über einen Gegenstand spräche, der in eine andere gehört, nur nicht von dem, was der Schulplan fordert. Die einzelnen Lektionen könnten dann auf diese Weise eben so gut alle Vorkommen, als wenn die vorgeschriebene Folge beachtet würde. So viel ist jedoch auf alle Fälle wohl zuzugeben, daß von dieser Wahrnehmung wenigstens für das zarte Kindesalter eine erfolgreiche Anwendung zu machen sei, und daß man in Folge derselben da, wo der, Vortrag einmal Hinweisungen auf andere Gegenstände nöthig macht, oder, wie hie Sprach - und Schreibübungden Stoff anders woher zu entlehnen hat, diese Hülfs - und Lehnsätze so gründlich und vollständig, als möglich, beibringe, eben weil sie, als Nebendinge, am tiefsten Wurzel fassen. Kehren wir zu unfern Ansichten über den ersten Sprachunterricht zurück, so ist zunächst dem Vorwurf zu begegnen, daß nach denselben leicht mit der Uebung der grammatischen Formenlehre zu spat angefangen werde, für welche sich doch bekanntlich das kindliche Alter am meisten eignet. Hierauf läßt sich erwiedern, daß die Zeit vom zehnten bis zum vierzehnten oder fünfzehnten Jahr hinreichend sei, für die Erlernung aller im Leben nöthigen Formen und Formeln, etwa die Masse der convention eilen und ceremoniellen des Umgangs ausgenommen; ferner, daß bei gehöriger Vorbereitung und zweckmäßiger Folge der Lehrgegenstände, eine wvhlüberdachte Methode ganz andere Schritte machen und veranlassen könne, als im entgegengesetzten Falle. Woher käme denn sonst der Ueberdruß, der sich so oft bei der Erlernung der Sprachen einfchleicht, als von dem überfrühen