Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310557--07123-2310782- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sprachlehre übergegangen wird. Diese selbst wird dann wohl 'am zweckmäßigsten (wie z. 33. Heyse thut) mit der Orthographie eingsleitet, deren Nothwendigkeit der Schüler zuerst begreift und die sich am leichtesten praktisch, indem man Auge und Ohr zugleich in Anspruch nimmt, durch das Nachschreiben vorgesagter und gelesener Sätze einübt. Besser läßt sich auch wohl eine streng richtige Aussprache nicht begründen? Wie viele Gelegenheit bietet sich nicht dem Lehrer, durch diese Dictate zugleich wissenswerthe Thatsachen auf die unmerklichste Weise einzuschärfen. Auch lassen sich hier wiederum lehrreiche Fabeln und anziehende Erzählungen mit Nutzen gebrauchen. Wer es weiß, wie fest dasjenige bei Kindern hastet, was sie nebenbei, gleichsam in Parenthese, lernen, kann von dieser Erfahrung gewiß einen höchst wichtigen Gebrauch machen, und nirgends mehr, als beim Unterricht in der Sprache, die ja das Gewand aller ErkenntNiß bildet. So werfen geistreiche Schriftsteller, wie Jean Paul, oft das Interessanteste und dasjenige, worauf es am meisten abgesehen ist, parenthetisch und beiläufig hin. Daher sind bei den Schülern gerade solche Lehrer am beliebtesten, dis interessante Abschweife machen und nicht allzustrenge bei der Stange bleiben. Doch es soll hier der tändelnden Lehrart fei» ncsweges das Wort geredet werden. Man weiß gar wohl, daß Alles darauf ankommt, die Jugend früh zu einer regelmäßigen Lhätigkeit, die sich an Zeit und Ort bindet, anzuhalten. Wäre das nicht eine höhere Rücksicht, so dürfte man sich freilich, zufolge der angeführten jugendlichen Eigenheit, größere Aufmerksamkeit und Fort-