Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 11)
- Language
- German
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-35 ■ in der Vorstellung zusammen fallen. Das Kind lebt in der Anschauung, an diese ist aller Einfluß auf die Seele zu knüpfen. Will man zu abstracten Begriffen übergehn, so sind wohl die bessern Pädagogen darin einver-/ standen, daß sich nur solche, die sich an die Verhältnisse der Kinderwelt anreihen .lassen, z. B. was gut, recht, lobenswert!), Ursache, Wirkung u. s. w. ist, dazu am besten eignen. Weiter ausgedehnt werden diese Uebungen durch Erzählungen, Mährchen, Fabeln. Fabeln zumal wirken wie Zauberformeln auf das jugendliche Gemüth, und es giebt gewiß wenig Kinder, selbst unter denen, die-sonst noch so schwer an einen Gegenstand, der ihnen von Außen gegeben wird, zu fesseln sind, die nicht mit aller Aufmerksamkeit zuhören, sobald eine Fabel erzählt wird. Hier hat man ein Mittel, die ganze Kinderseele festzuhalten und zu bearbeiten. Auch kann, man mit diestn Unterhaltungen,- die dadurch, daß man die Kleinen das Gehörte besonders andern Kindern wieder erzählen läßt, zur zweckmäßigsten Sprachübung werden, nie zu früh anfangen, indem sie allemal ihren Nutzen haben, sobald das Kind-Geschmack an ihnen findet. Noch sei es erlaubt, hier ein Wort zu sagen über die Gewohnheit mancher Eltern, ihre Kinder von Zu-' gend auf neben der Muttersprache noch an eine fremde zu gewöhnen, besonders wenn diese — Muttersprache des Vaters oder der Mutter ist. Schwerlich dürfte diese Doppelzüngigkeit ohne Nachtheil für die Denkkraft, wenigstens für die erste Entwickelung derselben sein. Das Experiment gelingt auch nicht immer; häufig entscheidet sich die größere Uebung und Fertigkeit späterhin für 3 *