Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1825-01-01 · Heft 1 · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
7 (1825-1833)
Issue
Heft 1
Article
Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
Date
1825-01-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310557--07117-2310776
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

'־י—־-3 't Fähigkeit zu denken; und beide sind auf das Engste in einander verwebt; daher müssen sich die allgemeinen Grundgesetze der Sprachen in allen möglichen Idiomen eben so gleichmäßig entfalten, als die Gesetze des Denkens. Die ganze Menschliche Vorstellung? - und Denkkraft, ja fast alle Seelenthätigkeit des Menschen, bildet und äußert sich an und mit der Sprache. Was in Uns vorgeht, wird durch die Sprache nicht nur Andern enthüllt, sondern es wird durch ihren Ausdruck, auch für uns selbst erst festgehalten und zur Klarheit gebracht. Diese gegenfettige Durchdringung des Wortes und der Vorstellung, diese Wechselwirkung des Gedankens und der Rede auf einander, gehören gewiß zu den größten Geheimnissen des geistigen*) Lebens, und aus einer vollständigem wif- ») Vermuthlich ist diese Abhängigkeit der Vorstellung und des Gedankens von einer lautbaren Hülle, den! Worte, diese Einkleidung aller Regungen der Seele, wenn man so sagen darf, in die Sprache, als Medium der Darstellung und Mittheilung der Idee, eine charakteristische Eigenschaft des menschlichen Geistes. Unser Denkvermögen erhält von der Sprache ebensowohl allen Schwung, ' als auch seine Schranken, über welche die Empfindung weit hinausreicht. Eine höhere Stufe geistigen Lebens, als die menschliche, können wir uns vielleicht nicht treffender denken, als daß auf derselben die Ideen in ihrer Unmittelbarkeit angeschaut werden, ohne, die verkörpernde und zerlegende Uebcrtragung in die Sprache. — Nur die menschliche Empfin« düng und die Anschauung des Schönen (über- Haupt der Phantasie, als unmittelbare Anschauung des Bildes) bestehen mehr für sich, unabhängiger Von der Verkörperung durch die Wortsprache; weshalb hier die Bestimmtheit und Klarheit des Ge-°

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.