Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
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darum vorangeschickt worden sind, um den Standpunkt anzudeuten, von dem man hier Erziehung und Schule betrachtet. Auch dürste die Wahrheit bei jenem Streite nirgend anders liegen, als wo sie in der Regel zu suchen ist: in der Mitte und Einigung der Gegensätze. Rücken wir nun unserm Vorwurfe näher, so ließe sich noch das, als außer Zweifel liegend/ annehmen, daß die Sprache ׳ schon darum ein vorzügliches Augenmerk der Schule und Erziehung überhaupt sein müsse, weil sie das Medium aller Mittheilung und fast aller anderweitigen Unterweisung und Belehrung ist; ferner, daß die Sprachbildung fast gänzlich der Schule und Jugenderziehung überlassen und bei jedem Berufe vorausgesetzt wird, während viele positive Kenntnisse und Wissenschaften mit zur Erlcrnung des Berufes selbst gehören, dem sich der Jüngling widmet, wenn er die Schule verlassen, aus der er nur die Fähigkeit, sich solche Erfordernisse seines Berufes!eicht und gründlich anzueignen, mitzubringen hat. Wir haben aber hier vor Allem zu unterscheiden zwischen der allgemeinen Sprachbildung und der eigentlichen S p r a ch k u n d e. Die Sprachbildung hat es mit der Entwickelung der angebornen Fähigkeit zur Sprache zu thun, die Sprachkunde begreift das System der Formen und Gesetze dieser und jener Sprache. Dem Menschengeschlecht ist eine allgemeine Fähigkeit zur Sprache eben ,so angeboren und natürlich, als eine allgemeine so viel, als möglich, ausführen"; allein selbst für die Beschränkung der Frage auf das Sprachliche, gewähren die wenigen Blätter, die zu diesem Auf« satze bestimmt wurden, einen sehr beengten Raum.