Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
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28 —— ßcnb zu erlangen ist? — Demnach bleibt denn die Hauptthatigkeit des Schullehrers, wie die Einrichtung der meisten Schulen und die Forderungen der Welt es dermalen bestimmen, vorzugsweise auf die intellectuelle Bildüng beschrankt; und zwar sind es auch hier ganz bestimmte Ansprüche, die an ihn gemacht werden: deze Schüler soll in der Schule vornehmlich gewisse Sprachen und Wissenschaften (Realkenntnisse, besonders historische, mathematische und Naturwissenschaften) *) erlernen. Soll nun der Lehrer wegen dieser gebietenden Einschränkung; seines ursprünglich viel umfasscndern und nach seiner ideellen Auffassung viel würdigern Berufes, das Ideal seines Strebens aufgeben und die höhere Ansicht von seinen Pflichten fahren lassen, um bloß die geforderten Gegenstände bis zu einem gewissen Punkte (Cursus) seinen Schülern vorzutragen und einzupragen? — Mit Nichten; er soll vielmehr seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit auf diesen seinen wissenschaftlichen und sprachlichen Unterricht concentriren, um auf die Art, wie er diese Lehrgegenstande behandelt und betreibt, die ganze Seele des Schülers zu bearbeiten. Und das ist nicht nur möglich, sondern die einzige Art, wie der Lehrer bei den'engen Granzen, die man ihm einmal gesetzt hat, und genöthigt , dasjenige zu schaffen und als *) Die Entwickelung des Schönheitssinnes sollte . wenigstens noch mit zur intellectuellen Bildung gerechnet werden, da dieser Sinn zwischen dem Moralischen und Intellectuellen mitten inne liegt und den Uebergang von dem einen zum andern bildet; aber wie wenig können auch hier die gewöhnlichen Anstalten leisten!