Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der letzte Wunsch
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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*3 achtet nicht auf das Flehen der Sterblichen, das nun vergebens verhallen muß. , Darum wird so manche Er- Wartung getauscht, oft wenn sie es, die Sterblichen, am wenigsten vermuthen mögen. ״DieWohlthäterin zürnt auf uns!" jammerteSelma, als sie einst mit dem Gatten zurückkehrte, ohne die Himmlische gesehen zu haben. ״Aber, setzte sie ängstlich hinzu: dürfen wir uns darüber wundern, da wir nimmer zum Ziele kommen mit unfern Wünschen? L> Sclmar, wie unglücklich werden wir noch werden!" — Nicht doch, Geliebte! entgegnete dieser: Nur dann erst, glaube ich, könnten wir wahrhaft unglücklich sein bei alle unserm Glück, wenn wir wirklich an das Ziel unserer Wünsche gelangten, wenn wir wirklich unsere große Beschützerin um die Erfüllung unseres letzten Wunsch es bitten müßten. ״Du hast Recht!" sprach nach einigem Nachdenken die sinnige Selma, und das Lächeln der zurückkehrenden Ruhe'erheiterte wieder ihr holdes Gesicht: ״Wie manche Freude hatten wir weniger gefunden, wäre kein Wunsch mehr uns übrig geblieben, denn die himmlische Wohlthäterin erschien uns ja stets in der Freude Lichtgewand. Ja selber der Schmerz, den wir empfanden, wenn wir unerhört zurückkehren mußten, hat er nicht vielmehr oft zur Erhöhung der Freude über die nachmals erfüllten Wünsche dienen müssen? Wie oft macht nur die Entbehrung erst ein Gut wünschenswerth, so wie das Kind am liebsten mit den Sachen spielen möchte, die ihm verboten sind, aber leicht entkleidet die Erfüllung dasselbe von seinem magischen Schimmer und wenig entzückt oft