Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der letzte Wunsch
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ruheplätze zurück, wo er noch vor wenig Minuten verzweifeln zu müssen glaubte, und mit leichter Mühe waren bie, schlanken Gebüsche zu einer schönen Laube gewölbt und verbunden, und ein einfacher Altar von-Rasen erhob sich in ihrer Mitte, auf welchen Selma den blühenden Kranz von Vergißmeinnicht als das erste Opfer legte, den sie indessen aus den am Bache.gesammelten Blumen gewunden hatte. So weiheten sie diese einsame Statte zum Tempel, und Selmar verlebte hier an Selma's Seite die glücklichsten Stunden, täglich die Opfer erneuernd, so lange es die freundliche Jahreszeit erlaubte. ... Ein Jahr hindurch hatte dieß Glück der jungen Ehegatten gewahrt, als sich ein Etwas bei ihnen einzuschleichen begann, was den heitern Himmel der Glücklichcn mit den ersten W olken trüben zu wollen schien. Selmar traf sein Weib öfters mit verweinten Augen, die sie seiner scharfsichtigen Liebe vergebens zu verbergen suchte, und Selma bemerkte mit nicht geringerin Scharfblick, daß auch ihren Gatten etwas beunruhige, dessen Verbergung vor ihr ihm eben so wenig gelingen wollte. Weide kannten die Quelle dieser seltsamen Verstimmung wohl, ohne daß eine Entdeckung durch Worte nöthig gewesen wäre; sie fühlten, daß, trotz ihres errungenen Glücks, neue Wünsche in ihrem Innern rege wurden, die Selmar's Seele endlich so heftig ergriffen, daß er eines Abends fast eben so trostlos an der Stelle, wo er den Altar errichtet, auf den Knieen lag. Seufzer hoben wie damals seine Brust und unter hervorbrechenden Thränen rief er: ״Ach möchtest du, erhabene