Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Armuth
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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395 ׳ ־׳״“■״ Peteja fle an, mache dich auf, und raume sogleich unser Haus. Mit ernstem, aber keinesweges abschreckendem Gesichte blickte die regungslose Gestalt sie an, und antwortete nicht. Da wandte sich Tarn mit flehenden Ge- Lehrden zu ihr, und sagte: Schon so viele Jahre haben wir deinetwegen des Lebens Mühe und Lasten getragen, ich bitte dich, o Armuth! suche dir nun einen andern Aufenthalt, damit wir wenigstens im Alter recht frohe Tage genießen. Er schwieg. Nach einer kleinen Pause streckte die Armuth ihre nervige Hand aus, und sprach mit lächelnder Miene: Euer Wille soll geschehen, sobald ihr mir eine vollständige Kleidung anschasst, die zu meinem Leibe paßt. — Wenn es nur darauf ankommt, riefen die entzückten Eheleute frohlockend aus, da wollen wir bald Rath fchaffen. Sie eilten nun zu Handwerkerinnen und Kaufleuten ihrer Bekanntschaft ließen von den Letzter», denen sie als redliche Leute bekannt waren, sich die nöthigen Materialien aus Borg zusichern, und führten die Erstem zur Maaßnahme der Unbekleideten mit sich. Unterwegs ermahnten sie dieselben zur äußersten Vorsicht, wiederholten ihnen zu dem Ende die ausdrückliche Bedingung der Armuth,' und führten es ihnen zu Gemüth, daß ihr ganzes künftiges Glück in ihren Händen läge. Diese, um ihnen einen Beweis ihres Wohlwollens zu geben, verfuhren auch, als sie an dem Ort ihrer Bestimmung angelangt waren, mit der größten Behutsamkeit, legten Maaß und Leisten mehrere Male an, und versicherten endlich, daß sie sich unmöglich mehr,irren könnten. Mit froher Ungeduld sahen die Hoffnungsvollen der Vollendung 2Z *