Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Armuth
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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394 . VII. D i e % r m u k H. Eine Parabel- Quid risum moyet t «tjjuod prudenti vitam cou&üio monet. PhaecL Sam und Peteja, ein gutes, einfältiges Ehepaar/ bewohnten feit vielen Jahren ein kleinesHäuschen in der Vorstadt zu Uz. Beide waren gottesfürchtig und arbeitsam, konnten aber dessenungeachtet nur mit genauer Noth ihr tägliches Brod erwerben. Als sie einst, ermüdet von ihrem Tagewerke, beisammen saßen und ihr mühseeliges Leben beklagten , sagte Peteja: wie geht das zu, lieber Tam, daß wir die Armuth, die seit unserer Berheirathung uns noch nicht verlassen hat, nicht ein einziges Mal zu Gesichte bekommen, wie wäre es, wenn wir ihrem Schlupf- Winkel nachspürten, vielleicht läßt sie sich durch unsere Vorstellungen bewegen, und zieht von uns. Das ist wahrlich ein kluger Gedanke von dir, mein gutes Weib i versetzte Tam. Wohlan, meine Fromme, erhebe dich, wir wollen die Untersuchung sogleich anstelle». Mit Freuden stimmte sie seinem Vorschläge bei. Sie durchspäheten nun ihre kleine Wohnung vom untern Keller bis zur obern Dachkammer, und sieh! da saß die Armuth in einem Winkel unterm Dach, hingekauert, aber — nackt und bloß. Finde ich dich endlich Unglückftelige! redete