Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Armuth
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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der Sachen entgegen, und als zu ihrer großen Freude, nach einigen Tagen die Sachverständigen mit denselben ankamen, verfügten sie sich schnell mit ihnen auf ihr Dachkämmerchen, um sie der Armuth anzuprobieren. Aber wer malt ihren Schreck und das Erstaunen Mer! Man probiert, man versucht, hier ist das eine zu kurz, dort das׳ andere zu eng, alle angewandte Mühe ist ver- \ gebens, kein einziges Stück will passen. — Mit Kittern j Vorwürfen überhäuften sie nun die Schuldlosen, nannten sie schadenfrohe Zerstörer ihres Glücks, und drangen in j sie, ihr Machwerk wieder mit zu nehmen, und von neuem j umzuarbeiten. Haltet -ein, ihr Einfältigen, ruft hier! die Armuth mit kräftiger Stimme, indem sie sich von; ihrem Sitz zu erheben schien. Mäßiget euren ungerechten Eiftr, nicht dieftn wackern Frauen, euch allein habt ihr f Vorwürfe zu machen. Hab' ich gleich nach dem Willen des himmlischen Vaters, der gewiß euer Bestes beabsichtiget, meinen Wohnsitz in eurem Hause aufgeschlagen, so hat es euch doch nie an den nothwendigen Bedürfnissen des Lebens gemangelt. Seid ihr auch bisher arm gewesen, wäret ihr doch Niemanden etwas schuldig. Nun habt ihr aber durch thörichte Hoffnungen verleitet, hei euern Bekannten vieles zusammen, geborgt, durch diese gemachte Schulden bin ich natürlich größer und stärker geworden, wie könnt ihr verlangen, daß mir die Kleidungsstücke passen sollen? — Folget nun meinem wohlmeinenden Rathe, fuhr sie, nachdem sie sich tiefet in ihren Winkel zurückgezogen hatte, fort. Kehret in Frieden zu euerer gewohnten Lej henSweise zurück, und lasset folgende Lehre nie aus euern!