Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 19)
- Language
- German
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■^\ die nichts gethan und nichts verbrochen, die in kindlicher Unschuld mit Gott gewandelt? — Droben ist ihre Heimath, meine Geliebten! Dahin hat der Water die Entschlafencn gerufen, — Der Staub ist wieder gekehrt zur Erde — sie hat das ihrige genommen; aber Gott das feine, den Geist. — Die vergänglichen Freuden, die ein vergänglicher Water, eine vergängliche Mutter den Lieben bereiten konnte, haben sie freilich aufgegeben — beklagt sie deßhalb nicht! denn die ewigen Wonnen, die der ewige Vater, die eine ewige Liebe schaffen kann, ist ihr Antheil geworden. — Wo sind eure geliebten Tobten, wo sind die frommen Water, die trefflichen Mütter, die früh schon von ihren Kindern und aus ihren Hausern gehen mußten? Wo sind die schönen, frommen Seelen, die mitten in ihrem Streben für das Gute und daS Rechte, von dannen mußten?— Droben ist ihre Heimath und dahin hat Gott sie gerufen, gewiß! aus sehr weisen Absichten gerufen. So rief er Henoch, den Frommen, um ihm den herzzerreißenden Anblick zu ersparen, in Sünden und Schmach seine Nachkommen zu schauen, und untergehen zu sehen, was seine Hand mit aufgebauet. Denn wahrlich, es sind glücklicher zu preisen dir, welche früh abgerufen werden, ehe die ihrigen ein unseliges Loos trifft, das entweder die eigene Thorheit, oder die Bosheit Anderer ihnen bereitet, denn die, welche lange hiem'eden verweilen, aber Zeugen sein muffen des Elendes derer, die sie lieben. Seinen Frommen verspürt Gott solchen Kummer, und was die arme Erde ihnen noch hätte Gutes geben können — ersetzt ihnen der reiche, Hiinmel tausendfach. — Und was wird aus uns, die wir uns