Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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33 x Entschuldige sich keiner, daß ihm von seinen Eltern her die Sünde י— angeerbt sei! daß er verderbter Natur sei! Die Nachkommen Adams sind nicht minder denn er selbst in Gottes Bild geschaffen! Die Lügend ist dein eigenes Werk — auch die Sünde ist'sü Selbst nichts sein und nichts leisten, und sich immer auf die Verdienste der Vorfahren berufen, diese Verdienste immer gegen Menschen und sogar gegen Gott — was wir Jsrae- Men ganz besonders thun! — in Anspruch nehmen, ist schon traurig genug; noch siebenmal trauriger aber ist es: auf Rechnung der Vorfahren — zu sündigen und mit ihren Fehlern die unsrigen zu entschuldigen./ Wenn dein Vater und deine Mutter einmal vergessen haben — frei zu sein: so hast du wahrhaftig das Recht nicht, dir auf diese Sklaverei etwas zu gute zu thun und von Erbsünde zu sprechen. ״Jeder soll in seiner Sünde sterben!" Was bedeutet jenes Sprichwort, spricht der Herr durch den Mund seines Propheten Ezechiel zu dem jenen Wahn theilenden Israelitenwas bedeutet jenes Sprichwort, so man-im Lande Israels im Munde führt: ״Di« Eltern aßen unzeitige Trauben und stumpf sind -er Kinder Zähne?" So wahr ich lebe, spricht der Herr, ihr sollt zu diesem Sprichwort kein Beispiel mehr finden : mir gehören alle Seelen zu, die des Vaters, wie des Sohnes; nur jene, welche gesündigt, gehen in das Werderben! — (Ezechiel.) Nicht durch die Schuld der Sterne, nicht durch die Schuld der Umstände; nicht durch chie Schuld ches Geschickes, des Verhängnisses, und welche Namen ihr auch ersinnen möget, und eben so wenig durch die Schuld deiner Eltern — durch die eigen?