Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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י״י״י־״י^• 330 Menschen immer an feine Ehierheit zu mahnen und ihm nicht oft, recht oft zu zeigen, wie nah er an den Enge! grenzt. Seht, der heilige Sänger mag «ns auch hierbei zum Muster dienen. Nachdem ihm der Anblick der gro- Pen Naturgestalten, gegen welche der Mensch so winzig und unbedeutend erscheint, die Worte aus der Brust gelockt: Ach, was ist der Mensch, daß du seiner gar gedenkst!—ermannt, erholt er sich wieder, greift begeistert ein in seiner Harfe Saiten und ruft: Wahrlich, du hast ihn den Engeln nur wenig nachgesetzt, hast ihn mit Ehre und Schmuck gekrönt — zum Herrscher ihn ernannt! (Ps. 8-) — Haben deine Eltern gefehltso haben sie als Menchen geirrt, als Menschen, die sich nie dem Glaube, aus dem der Leib gebildet, gänzlich entwinden können; aber gefallen sind sie nicht, so nicht gefallen, daß sich auch ihre Nachkommen an diesem Falle Herz und Geist verwundet hätten! — Mögen spätere Schriften und Lehrer von einem — Sünden fall fprechen — davon sprechen, daß wir das Ebenbild Gottes verloren haben — das Geschlechtsregister des Menschen ist anderer Meinung, belehrt uns eines Bessern; dem einzeln Menschen, so wie seinem Geschlechte, kann nimmer sein Adel abgesprochen werden! Und waren es auch nur einzelne Heroen, die dafür zeugen — aus vielen Einzelnen bestehet das Ganze und keinem ist die Fähigkeit genommen, diesen ehrwürdigen Verein mit seiner Person zu vermehren. — Ist nun jene Lehre von dem bleibenden Adel des Menschen dazu geeignet, dich zum Guten aufzumuntern: so ist sie nicht :minder dazu geschickt, dich von dem Bösen abzuschrecken.