Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 10)
- Language
- German
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329 ״■“־־״* kennen ist dir von großem Werth, m. B>, und ich führe hier wiederum den Ausspruch eines unserer alten Weisen an: Wohl muß Gott den Menschen lieben, denn er schuf ihn in seinem Bilde — die Liebe aber nahm zu, alS Gott es ihm (späterhin) künd gethan,׳ d a ß er ihn in seinem Bilde geschaffen, denn also heißt eö. (!. Buch Mos. 1. 27.) in dem Cbenbilde Gottes erschuf er ihn. -^- Schriftknndige wissen, daß der als Beweis von dem Mcnschenadel Hier angeführte Vers zur Unterstützung eines Verbotes dient, das dem menschlichen Geschlecht« erst «ach der Sun d fl u t h mitgetheilt wurde. — In unserm Geschlechtsregister werden wir freilich auf eine an schaulichere Weise auf unfern bleibenden Adel Hingewiesen! Als Adam 130 Jahre gelebt — also nach begangenem Fehl — brachte er Kinder zur. Welt immernoch kn demselben Bilde, in derselben Aehnlichkeit gleich ihm: in dem Bilde und der Aehnlichkeit Gottes! Der frühere Adel verlor sich keinesweges.— Und warum ist diese Lehre so wichtig? — Sie soll dich zum Guten ermuntern — soll dich von dem Bösen abschrecken! — Wer etwas Großes leisten will — und das sollen wir Alle, meine Lieben! — muß sich auch für etwas Großes halten und sich selber vertrauen, daß er Kraft genug besitze, sich über das Gemeine und Mittelmäßige erheben und etwas Tüchtiges in der Menschenwelt leisten zu können. Immer dem Menschen vorzurufen und vorzuhalten, wie schwach, wie ohnmächtig, wie klein und gebrechlich er sei — das ist gefährlich! Und so viel vielleicht auf der einen Seite gewonnen wird, geht auf der andern verloren. Es ist gefährlich, sage ich, den