Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Kurze geschichtliche Darstellung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 4)
- Language
- German
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glückliche Fügung , Laß es jedem Israeliten als Re- Pigtons Pflicht galtdie heilige Schrift mit ihrem großen Kommentare, dem Talmud, -zu studiren, und diese Beschäftigung schon an und für sich als das gottseligste aller Werke betrachtet wurde. 'Denn so wie die scholastische Theologie des Mittelalters die Geisteskräfte schärfte und zum schnellen Fortfchreiten in den nützlichen und schonen Wissenschaften geschickt machte, so erhielt auch das Studium der, mit der Scholastik in mancher Beziehung verwandten rabbinischen Literatur den Geist in anhaltender'Thätigkeit, verhinderte, daß die Masse der Laien nicht in die Stumpfheit der Barbarei versank, und bewahrte die Empfänglichkeit und das Bedürfniß geistiger Nahrung, die, um gemeinnützlicher zu wirken, nur einer andem Richtung bedurften. ) In der That gab es immer Einzelne, die durch die Werke eines M a i M o n i d e s, A b e n E s r a und anderer hebräischen Schnststeller aus der Blüthenzei't der arabisscheu Kultur den Weg zu den mathematischen Und philo-? fophischen Wissenschaften gefunden hatten; sie konnten aber selten dem Verdachte des Skepticismus entgehen *), Während im Süden noch alles im alten Geleise sich fortbewegte, war im Norden, wo ein freierer Geist unter den Schriftstellern sich regte, auch in der Bildung der Israeliten durch Mendelssohn und seine Freunde *) Auch unter den Christen der frühem Jahrhunderte herrschten diese Vorurthcile gegen weltliche Gelchrsamkeit und das vierte Concilium, von Carthago im I. Zy8 verbot den Bischöfen weltliche Büchet zu lesen. -