Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Dasein Gottes
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ES ist ein Gott! ein ew'ger Quell des Lebens! Ein Funke seines Lichtes ist mein Geist! Ihn k ennen ist das Ziel des höchsten Strebens, Ihn, den mein Leben mehr denn Alles preist! Heil mir, daß ich Dich forsche, Herr der Dinge! Daß Dir schon früh mein Herz entgegen schlng! -- .€> stärke mich mein Geist, daß ich mich schwinge , Zu ihm empor mit des Gedankens Flug! — — Was wäre ohne Dich des Menschen Leben, Was ohne Dich der wetterfüllte Raum? Was nützte unser würdigstes Bestreben?-— Ach, Alles wär' ein Räthsel, war' ein Traum! Ein ödes Grau'n würd' unfern Geist umnachten, Durch unser Dasein ging des Leidens Schwert; Und alles, was wir thaten, was wir dachten, Verlor' den höchsten Reiz, den schönsten Werth. Wär' Alles Spiel des Zufalls nur hieniedcn — Wo bliebe unsre Hoffnung, unser Glück? Wer stärkte uns in Noth und Tod mit Frieden?. Wer trocknete den thränenvollen Blick? Ach, welcher Zukunft sollten wir vertrauen? Was bliebe uns nach unbelohnter That? Auf welche Wahrheit könnten wir wohl bauen? Wo arndtete die Lugend ihre Saat? — Ach fühlt' ich nicht Dein Dasein, Herr der Seelen! Das Thier war' wahrlich glücklicher, denn ich; Die Fähigkeit zu danken, schließen, wählen, Wär' dann ein trauriges Geschenk für mich.