Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Dasein Gottes
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Dich lobt der Blumenflor auf zarten Halmen, Dir beugt die Ceder ihrer Krone Wacht; / Dir singt der Sohn der Ewigkeiten Psalmen, Es predigt Erd' und Himmel Deine Macht! Ich sehe Dich im blauen Aetherspiegel, Im Lebenslicht der Sonne strahlst Du mir! Dich fti'rt mein Blick auf jenem Rosenhügel, Es schwingt aus -Thälern sich mein Geist zu Dir Zch sehe Dich im allbelsbten Staube, Im Flüstern leiser Winde hör'-ich. Dich; Zch ahne Dich im sanftbewegten Laube, Im Zephyrwehen, das durchs Myrten schlich! Dich hör' ich in.den süßen Melodien Der Nachtigall , die unser Ohr entzückt; Dich hör' ich in den Zauberharmonien . Der Sprache, die den Menschen göttlich schmückt. Dich hör' ich im Gebraus' der Wasserwogen, Empfind' im Donner Deiner Nähe Spur; Erblicke Dich /hi sarb'gen Regenbogen, Erkenne Dich im Walten der Natur! —*■ .׳ Dich fühl' ich in der Liebe süßen Regung, Dich ahn' ich in der Wahrheit Kraftgefühl; Dich fti'rt des Herzens leiseste Bewegung, Dir bin ich nah an schöner Thaten Ziel: Za, was da ist und lebt und denkend handelt, Ist Zeuge Deines Daseins, großer Gott! Und was den Weg der Wahrheit mit mir wandelt, Rust überzeugt es aus: es ist ein Gott!!