Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Dasein Gottes
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
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Wer hat der Sonne einen Stand gegründet? Wer hat den Sternen ihren Lauf bestimmt? Wer macht , daß nie ihr sanftes Licht erblindet, Daß frei und klar im Aelherraum es schwimmt? Wer hält sie fest in obern -Regionen? / Wer macht, daß keine Welt cher andern nah't?- Daß da, wo sie erleuchten ihre Zonen, Sie nimmer weichen aus bestimmtem Pfad? «׳-.■-׳, Wer hat dem Leben solchen Reiz verliehen? Den Ort, worauf ich wohne, ausgeschmückt? Wer läßt so viele Anmuth um mich blühen? Wer ists, der mich beseligt, mich beglückt? Welch tausendfaches Leben auf den Fluren, Der Ehiere, Pflanzen unnennbare Zahlt' Es regen Miriaden Kreaturen, Sich froh im Wald, auf Berg und Thal! Im Meere woget Leben auf und nieder, Durch Lüfte nehmen Wesen ihre Fahrt, Verschieden in dem zarten Bau der Glieder, In ihrem Trieb , in ihrer Lebensart. Mein Auge sieht mit Staunen und Ergötzen Der Wesen bunte Fülle hier und dort! p Wunder! wie nach ähnlichen Gesetzen Jahrtausende sie stets sich pflanzen fort! ׳- Dies Alles seh'n, und es für Zufall halten, Permögte nur der blödeste Perstand; — Nein, nein! dies Ganze muß ein Etwas halten, Mit aüvermögender, mit weiser Hand!! —