Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Dasein Gottes
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Wirkung seh' ich jede Ursach' werden, Int ewig wechselreichen Folgengang; So ist verkettet Alles auf der Erden Durch unerforschlicher Gesetze Zwang. Und die Verkettung aller C'inzelnheiten, Der innige Verein von Mensch bis Thier, Soll er mich nicht auf Eine Ursach' leiten, Die war und ist und sein wird für und für? Und fühlt es nicht mein Herz mit stillem Preise, Was ernstlich prüfend die Vernunft ermißt, Daß diese Ursach' unverande r t w eis e, Von höchster Güte, höchster Liebe ist? Sieht nicht mein Aug', wohin es blicket, Der Weisheit, Ordnung und der Liebe Spur? Wird nicht mein Herz gerührt, entzücket Von mannigfacher Schönheit der Natur? -- Wie lieblich hier sich alle Wesen einen Zum Lpbe deß , der Jedem Zweck verlieh! Die kleinsten Würmchen, die uns unnütz scheinen. Gehören zu des Weltalls Harmonie. Bedeutung ward hier jedem Ding gegeben, So unscheinbar — cs steht an seinem Ort. Ein Leben pflanzt sich fort in Andrer Leben: Unendlich geht der Z e u g u n g Fülle fort. Und weise.Absicht herrscht im A l l g e m e i ne n, Und was geschiehst, geschiehet, weil es soll-; Das beste Mittel muß dem Zweck sich einen: Ein höh'per Will' ersann es weisheitsvoll! —