Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Etwas über den Gottesdienst in der Muttersprache
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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103 W. Ist/ sie meinen Begriffen ■ntctjt angemessen, י entsprang .sie nicht aus meinen eigensten Bedürfnissen K und'Gefühlen, so kräftig, sie andern sei, sie ist nicht meine Neligjonssprache. Heuchle nicht D. Freundschaft; und Liebe, so wie das innigste Anerkennen der Wahrheit wollen die eigenste Herzenssache. :־! D. Und der Kultus? ׳ : SB. WaS nennst Da Kultus? Jst's die Art, wie wir mit Gott und unserm Schutzgeist, mit allen Heiligen und Seelen umgehen: .so kann er nicht herzlich U und innig genug werden/ Jede erlernte fremde Hof- : und Modcsprache ist diesem Dienst Heuchelei, Gaukelei, Lüge. Und zwar die ärgste Lüge; denn wer mit Wor» s ten, die er spricht, mit Geberden, die seine, Gesinnung : bezeichnen sollen, Gott nicht treu ist, wie sollte er sich,'! wie Andern Treue erweisen? Sagen wir Formeln von ihm, die wir nicht verstehen, spielen Gebrauche, die auS fremden Völkern und Zeiten entlehnt, unserm inner» / Sinne fremd sind; o so verdammen wir uns lebendig .und leibhaft zur Schattenwelt hinab, walzend leere Fässer s der Danaiden. Oder wir gehen in bleiernen Mänteln daher, wie in Dante's Hölle die Heuchler. Unter ihnen i lechzt unser Geist wie unser Herz, ohne Religion^ d. j. ohne innere Gewissenhaftigkeit und thätige Wahrheit. — -- — Warum, heißt es ferner, sollte in einer längst f ausgestorbenen Sprache von irgend einem Volke zu Gott! 1 gesprochen werden, etwa darum, damit das Heilige nicht 11 gemein werde? Soll denn aber nicht das Heilige Gemein-