Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Wichtigkeit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 15)
- Language
- German
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Unlust^ und Verderben auf lasterhaftes Leben folgt. Die Art'zu denken, zu handeln und zu empfinden, wozu der Geist sich das ganze Leben hindurch gewöhnt hat, kann Nicht in einem Augenblick aufgehoben werdenfle hat ihre unzertrennlichen Folgen, ihren unausbleiblichen Einfluß auch auf das folgende Leben. Wie es thöricht ist, ein Gebäude aufführen zu wollen, wozu noch kein Grund gelegt ist , so ist cs Wahn, in jenem Leben heilig — und ohne Heiligkeit läßt sich keine Seligkeit denken— heilig und selig sein zu wollen , wenn die Seele dieß ganze Leben -hindurch nur mit niedrigen Lüsten, mit Sünden sich beschäftiget hat. Wie das Werk, so der Lohn. Fassen wir alles bis jetzt Gesagte kurz zusammen, so wird es aus folgenden Wahrheiten bestehen: Vernunft und Schrift zeigendaß noch nach diesem Leben ein anderes unser warte. Vernunft undSchrift lehren, daß dieses Leben unglücklich für uns sein muß, wenn es ein Dienst des Lasters war, nicht anders aber als höchst glücklich für uns sein kann, sobald unser Leben hienieden ein Dienst der Lugend war, daß folglich jeder Gute, jeder, der auf dem göttlichen Wege wandelt, ohne Furcht an seinen Lod denken und Mit wahrer hohen Seelenruhe sagen kann: ״mein Leib kehrt zur-Erde zurück, von der er genommen ist, mein Geist geht zu Gott dem himmlischen Bater,, der ihn gegeben hat *)!" ׳1, *) Prediger Salomonit׳ Kap. 72. V. 7.