Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Wichtigkeit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 13)
- Language
- German
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Welt Kette, Ordnung und Uebereinstimmung, und so geht auch die Beschaffenheit unsrer Seele, die wir ihr in diesem Leben gaben, mit in jenes Leben über, denn ohne Aufhebung des Bewußtseins läßt sich dieses nicht vcrmeiden. — Unmöglich ist es also, daß der, so in diesemLeben Tugend und Rechtschaffenheit übte, in jenem Leben am Entgegengesetzten sollte Vergnügen finden, unmöglich, daß der, deß Seele hier an Falschheit und Verlaumdung gewöhnt war, deß Seele hier an Trug undArglist ihreWonne fand, in jenem Leben an Edelmuth und Güte, an Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Weisheit sollte Vergnügen finden, durch Tugend überhaupt glücklich sein sollte, glücklich sein könnte. — Der Himmel — die Gesellschaft vollkommener tugendhafter Geister, kann für den, der zum Laster gewöhnt ist, kein Himmel sein, weil er nichts in jenem Leben findet, womit seine einmal eingewurzelten und zur Gewohnheit gewordenen Begierten übereinstimmen werden. Wenn z. B. der Geizige auf ewig von seinem Gelds geschieden ist, nach dem ihm doch allein verlangt, wenn dem Wohllüstigen aus ewig all' die groben sinnlichen Vergnügungen entzogen sind, woran er feine Seele so gewöhnt hat, daß er ohne sie nicht leben kann; wenn der Hochmüthige, anstatt des Vorzugs und Ansehens, das er für feinen Götzen hielt, sich in Niedrigkeit und Verachtung versunken sehen muß; wenn ans die Art dem irdisch gesinnten Menschen schlechtcrdings nichts von dem übrig bleibt, wonach alle seine Sehnsucht geht, woran sein Herz hangt und was er sich einmal durch seine verkehrte Art zu denken und zu Handeln zu seinem höchsten unentbehrlichsten Gute gemacht