Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Wichtigkeit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304634-2304636-2309858--06591-2310161- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
MJ»1־ «SS*• »rf*״» 94 in Gott dem Vater aller Geister weit mehr als ihm die ganze sichtbare Welt geben konnte! — Und wo sind nun die Granzen, die ihm, dem Unsterblichen, der ewig leben, ewig wirken soll, gesetzt sind?' Welcher Grad von Licht, welches Maaß von Kräften, welche Stufe von Seligkeit sollte es ihm unmöglich machen , in einem noch hellerm Lichte zu wandeln, noch größere Kräfte zu erlangen, noch reinere Seligkeit zu genießen? Nein, hier laßt sich kein völliges Stillstehen, kein fester, unwandelbarer Punkt der Vollkommenheit denken, Nein, ewiges Fortstreben und Fortgehen, ewiger Wachsthum in allem, waS schön und begehrungswürdig ist, ewige Annäherung zur höchstenstets unerreichbaren Vollkommenheit, das ist die Bestimmung, das herrliche' Loos des Menschen, das das große, hohe Glück des Israeliten! Und zu diesem Glück gehen wir durch den Tod zu seinem vollkommenen Genuß nur durch den Tod ein! Muß, kann uns also in dieser Rücksicht der Gedanke daran noch so schrecklich bleiben? Müssen wir' uns ihn nicht als einen frohen Eingang zu einem liebevollen Vater denken? Doch wir dükfen uns nicht tauschen, dürfen bei der Fackel der Wahrheit, die unsre weisen Lehrer uns anzündetest, um unsere Lage nicht in einem falschen Lichte stehen: Wenn es einmah gewiß ist, daß unser Tod nur der Hingärig zu einem Vater ist, so ist es auch gewiß, daß nur der diesen Schritt-mit Zuversicht wagen darf, der auch hier nach dem Willen seines Vaters lebte, oder mit andern Worten: Wenn es-einmalgewiß ist, daß noch nach diesem Lebest ein anderes unser wartet, in dem wir ewig glücklich sein, ewig stufenweise von Vollkommenheit zu Vollkommen-