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Sulamith · 1820-01-01 · Heft 2 · p. Seite 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
6 (1820-1824)
Issue
Heft 2
Article
Über die Wichtigkeit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
Date
1820-01-01
Page
Seite 90 (sequence 7)
Language
German
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--י »9 blick würde uns das sein? welch ein Augenblick ließe sich denken, der schrecklich peinigender wäre? Wohl werth also, daß wir die Gründe für unsere Unsterblichkeit recht deutlich einzusehen, uns recht tief einzupragen suchen und sie daher auch jetzt — auch unter der frohen Voraussetzung, daß Niemand hier ist, der daran zweifele — uns dennoch wiederholen. Das in' unfern Text enthaltene Gleichniß hätte durchaus keinen Sinn, wenn es nicht ein künftiges Leben als gewiß vorausgesetzt, und etwas sinnliches dürfen wir uns hier nicht denken. Daß nun aber unser Leben noch nach der Zerstörung dieses unseres Körpers fortdauern werde, lehrt uns eine vernünftige, mit Nachdenken verknüpfte Betrachtung der Verhältnisse dieser Welt. Wir finden eine gewisse Uebereinstimmung der Dinge, eine Ordnung in den Anlagen, welche uns einen Ausblick auf eine längere Dauer öffnet, als die gegenwärtige ist.. Unsere forschende Seele kann es nicht reimen, das gegenwärtige Leben als den letzten entschiedenen Zustand anzusehen. Ihre Begriffe verwirren sich und verlieren sich in einer Dunkelheit, aus der sie sich nicht zu finden weiß, wenn sie die Ungleichheit der Schicksale der Menschen sieht, der Menschen, die doch alle einen Vater haben, doch alle aus der schaffenden Hand eines und desselben Gottes kamen; wenn sie es sieht, wie einst der Tod hier die Unterdrückung der Tugend, dort das stolze Glück des Lasters endigt. Dieß (welcher Nachdenkende wird nicht bei einer solchen Erfahrung so zu sich selbst sprechen? —) Dieß widerspricht alle meine Erwartung, die auf die Begriffe von Ordnung gegründet war. Ist es möglich, kann die göttliche Gerechtigkeit es ver-

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