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Sulamith · 1820-01-01 · Heft 2 · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
6 (1820-1824)
Issue
Heft 2
Article
Über die Wichtigkeit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
Date
1820-01-01
Page
Seite 89 (sequence 6)
Language
German
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89 einmal alle vergangen sein werden. Die Zahl von Stunden, die einen Lag, die Zahl von Tagen,, die eine Woche, die Zahl von Wochen, die ein Jahr ausmachen, kommt immer einmal wieder zu Ende, und so viel näher finden wir uns mit jeder Stunde, mit jedem Augenblicke, mit jedem Odemzuge, mit jedem Pulsschlage dem Ziel, welches׳ endlich allen unfern Tagen ein Ende machen wird. Unse re Lebenszeit, heißt es in dem schon einmal angeführten yo.Psalm, währt 70 Jahr; Ach tzig ist ihr fernstes Ziel, und ihr Stolz ist Mühe und Kummer: schnell abgeschnitten — s0 flies gen wir hin! — Und wenn es dahin geflogen ist wie die Vögel durch die Lust, wenn endlich das endende Ziel kommt, wenn einst der kalte Todesschweiß von unserer Stirne rinnt, wenn einst unsere Natur ihre ganze Kraft zusammenfassen und anwenden muß, um dem schwachen hmsinkcnden ausgemergelten Körper durch einen erfrischen^ den Athemzug noch einmal zu erquicken; — wenn sicheinst nun unsere starren brechenden Augen verfärben unddes Tages Licht verschwindet — wenn einst der Augenblickbei uns hereinbricht, daß die süßesten Freunde unserer Seele, die trautesten Gefährten unseres Lebens .an unserem Aufkommen verzweifeln, unser Sterbelager trauernd umgeben, seufzen, weinen, hülflos klagen und vergeblich trösten, — wenn dann endlich der kraftlose Körper hinfinkt, ein Raub des Todes! und wir sähen nichts ׳Hots uns als das finstere Thal des Todes, sähen nichts, das unser harrt, als Grab und Verwesung, wüßten nicht, ob wir irgend eine Fortdauer oder schauerhasten Vernichtung zn erwarten hätten. — Ewiger Gott! welch ein Augen- VI, Jahrg. 2. Band. ך

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