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Sulamith · 1820-01-01 · Heft 2 · p. Seite 88

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
6 (1820-1824)
Issue
Heft 2
Article
Über die Wichtigkeit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
Date
1820-01-01
Page
Seite 88 (sequence 5)
Language
German
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zur Lugend, und unterscheidet uns weit mächtiger vo» denen, bei welchen Ehrgeiz oder Gewinnsucht die Triebfedern ihrer Handlungen sind.— Doch die Betrachtung der Wichtigkeit einer Lehre vom ewigen Leben von diefer Seite, dürfte uns jetzt zu weit von dem Vorhabenden Zwecke abführen. Wenden wir uns daher wieder zu dem vorigen Gesichtspunkte, aus unserer Lebens-Nichtigkeit auf sie zu schließen. — So veränderlich die ganze uns umgebende Natur ist , so veränderlich sind auch wir, mit allem, was in und an uns ist. Bald werden wip die Abnahme unserer Kräfte spüren , unser Haar wird grau werden, unsere Augen ihre Scharfe verlieren, unsere Glieder zittern, unser Nacken sich den; Grabe entgegen beugen. — Biele unsere Freunde — ach! unserer uns so themen Freunde sind nicht mehr auf der Erde, und ihre Zahl nimmt mit jedem Jahre ab! Wohin wir sehen, wir finden alles vergänglich. Einst treten auch wir, wir alle, die wir hier noch gesund und munter sind — auch wir und wer weiß wie bald, von dieser Welt ab, und nehmen von all den sichtbaren Dingen, die wir hier erworben, von allen nichts mehr mit, als ein Erwachender von den. Schätzen, die er im Traume sah. Und wärm wir noch so groß, noch so gerecht, noch so reich, noch so angesehen gewesen, wir würden eben so wenig mitnehmen können. Gewiß, es ist ein sehr niederschlagender Gedanke, daß unser ganzes gegenwärtiges Leben gleichsam nur ein Traum ist, und daß alles, was wir hier Bitteres und Süßes, Trauriges und Freudiges empfinden, am Tage unseres Abschiedes wie ein Traum vergehen wird. — Zehes unserer Jahre, das vergeht, erinnert uns, daß sie

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