Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Wichtigkeit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 4)
- Language
- German
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87 Verheißungen eines langen Lebens, als eines großen göttlichen Seegens, als einer besondern göttlichen Wohlthat gar nicht ungewöhnlich. Immer wird in der heiligen Bibel mit Achtung vom Leben geredet, immer der Tod als etwas weniger Vortheilhaftes dargestellt. — Und doch wissen wir, es kommt einst ein Augenblick,-wo keine Güter, keine Macht, keine Gewalt, keine Kunst, keine Geschicklichkeit im Stande sind, uns das Leben langer zu erhalten.Unsere Tage, heißt es Psalm K.yo. B. 5, 6. so wahr als rührend hierüber, fahren dahin wie ein Strom, in Schlummer entstehen sie, des Morgens wie wandelndes Gras — früh blühet es und wandelt; am Abend abgehauen Und verdorrt. — O, was würde es um uns sein, wenn dieser Augenblick hereinbricht und wir wüßten nicht ob Unsterblichkeit oder Vernichtung unserer harrte. —> Ja! nöch mehr, Ohne die Hoffnung eines ewigen Lebens würden wir nicht im Stande sein, unsere Wichten, besonders unsere Pflichten als Israeliten, gehörig zu erfüllen. — Die wichtigsten, ältesten und stärksten Bewegungsgründe zu einem frommen Wandel sind die Belohnungen, welche den wirklich Lügenhaften in jener Welt, in jenem Stande der Vollendung erwarten. Obgleich die Gottseligkeit gewöhnlich — zwar freilich nicht immer — aber doch gewöhnlich schon in diesem Leben die größten Bortheile mit sich btingt und sichern Trittes zur Glückseligkeit leitet, und so zur Treue in Unserm Beruf, zur Erfüllung unserer Wichten uns auffordert, so ist doch der Lohn jenfeit des Grabes bei weitem der vorzüglichste «nd ein ungleich edlerer und erhabener Bewegungsgrund