Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Nachrichten, das Schulwesen der Israeliten in verschiedenen Ländern betreffend
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
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8s Eine Anstalt soll sich dann nicht erhalten können, die seit 44 Jahren besteht, und die so viel Gutes bereits ge- Wirkt hat? Sie sich nicht erhalten können, die die erste von Juden gestiftete vernünftige Lehranstalt gewesen, die das Borbild aller nach ihr entstandenen geworden, die den Samen zu allen schönen, der Gemeinde zum Borthcil und zum Ruhme gereiften Früchten, ausgestreuet, und die bessere, mit Bürgersinn versehene Menschen in den entferntesten Gegenden Deutschlands, Polens und Rußlands aufzuweisen hat? Sie sich jetzt, gerade jetzt nicht erhalten können, wo die den Juden ertheilten Bürgerrechte die gegründetsten Ansprüche auf ihren Bürgersinn machen; gerade bei einer Gemeinde, die, wie die hiesige, sich auf einer beträchtlichen Höhe der Bildung befindet, und mit Ernst und Eifer weit und immer weiter sich bestrebt, die rühmlich betretene Bahn rastlos fortzuwandeln; und indeß man anderswo dafür durch die Gemeinden sorgt, Berlin in seiner Lehranstalt nachzuahmen, soll gerade Berlins Schule, diese Mutter des Guten, es ihren Töchtern überlassen, sie zu übertreffen, und der Tod eines einzigen winzigen Männchens, des zeitigen Direktors, soll die Mutter zu Grabe führen? Nein, das ist unmöglich, weil es für Berlin nicht rühmlich wäre; weil es dem hohen Sinne für alles Gute und Edle, das unserer Stadt zur zweiten Natur geworden ist, geradezu widerspräche; weil es andeuten würde, daß aller Gemeinsinn bei der Gemeinde erstorben und der Wahn herrschend geworden ist, als bedürfte sie keiner solchen Anstalt. O, tauschet Euch nicht selbst! Glaubt ja nicht, daß den Kindern unbemittelter Eltern der Unterricht in den