Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Nachrichten, das Schulwesen der Israeliten in verschiedenen Ländern betreffend
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 8)
- Language
- German
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8" Aus Berlin. Die dießjahrige ״Nachricht von dem Zustande der jüdischen Frei schule allhier," welche der würdige Herr Direktor Bendavid bei Gelegenheit der öffentlichen Prüfung am?osten März 1322, dem hiesigen Publicum mittheilte, ist leider keineswegs erfreulich. Ungeachtet an dieser Anstalt thatige Lehrer viel Gutes wirken und sowohl der gedachte Herr Direktor , als auch der Herr Kassen - Inspektor Ries Alles aufbieten, die Fortdauer dieses Instituts zu bewirken; so muß dasselbe doch endlich eingehen, wenn nicht bald, welches allerdings zu erwarten ist , von Seiten der Gemeinde die Aufrechthaltung dieser einzigen ö ffentlichen Israelitischen Schule allhicr aus allen Kräften beigetragen werden sollte. Die Zahl der Schüler dieser Freischule besteht jetzt aus 56, von denen nur 6"Schulgeld zahlen. Die Kosten her Anstalt werden größtentheils von den einzelnen freiwilligen Beitragen und Geschenken edler Menschenfreunde in der hiesigen Zsraelitengemeinde, bestritten. Bonden 19 Schülern, welche zu Ostern d. Z. abgingen, erlernten viele Handwerke. ״Es gereichte der Direktion zur großen Freude, heißt es in der Nachricht, als sie einen der ehemaligen Schüler an der Dachrinne eines Hauses mit Klempnerarbeit beschafftigt sah, und zwei andere, die selbst verfertigte Drechsler - und Buchbinder-Arbeit, ihren auf dem Weihnachtsmarkt ausstehenden Frau Meisterinnen, in Zacke und Schurzfell, hintrugen *).״ *) Auch in Dessau sah man vor Kurzem einen sehr fleißigen Klempnergesellen jüdischer Religion, Namens Schwabe, welcher alldort zu einer würdigen wohlhabendcn Familie gehört, aus einem Thurm arbeiten. D. H.