Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Nachrichten, das Schulwesen der Israeliten in verschiedenen Ländern betreffend
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
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""—?9 und das jüdische Gebetbuch mit der größten Geläufigkeit, ja einige, welche von einem besondern Lehrer der Mi sch na unterrichtet werden, gaben die Uebersetzung und Erklärung im Englischen; so daß, wie es scheint, das Kauderwelsch, welches die deutschen Israeliten mit hierher gebracht haben, und welches in den gewöhnlichen hiesigen Schulen beim Ncberfetzen noch gebräuchlich sein soll, aus dieser ganz verbannt ist. Beim Examen wurden auch einige Psalmen wiederholt, und auch hier hatte man den Ton, womit diese herrlichen Gebete in der Synagoge abgebetet zu werden pflegen, gegen die feierliche RcciLation vertauscht, welche in der englischen Kirche üblich ist *). Die Spuren einer vernünftigen Erziehung der Kinder zeigten sich überall. Das Einschärfen kurzer, klarer Gedanken, Auszüge auS der heiligen Schrift, welche in faßlicher Einfachheit das ganze Gebiet der Sittenlehre in sich begreifen, soll sich äußerst wohlLhätig bewähren und oft die Kinder zu Lehrern ihrer schlechterzogenen Eltern (denn diese Kinder gehören alle zu der ärmsten Klaffe) gemacht haben. Auch ist der Eifer, Unterricht für ihre Kinder zu erhalten, bei den armen Israeliten bereits so groß, daß sich für-die Mädchenschule schon fünfhundert Mädchen zur Aufnähme gemeldet haben **)." *) Sie wurden wahrscheinlich nach der Art und in dem Dialekte vorgekragen, wie auch die Israeliten im Morgenlande , in Italien u. s. w., oder mit einem Worte, wie die sogenannten portugiesischen Israeliken daS Hebräische aussprechen und vortragen. D. H. **) M. s. das Morgenblatt Nro. z6 vom n, Februar röss.