Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Religionsunterricht in den Schulen der Israelitischen Gemeinde
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 7)
- Language
- German
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bote, die sie zu befolgen, verpflichtet-sind. Die Schüler mit allen diesen bekannt zu machen, damit sie ihnen in ihrer Lebensweise zur Richtschnur dienen, ist Pflicht derSchule. Könnt ihr behaupten, daß solches bei euch geschehe?" Es sei uns, bevor wir diese Frage beantworten, einige zu thun verstattet. In den Schulen, wie sie vor 20 Jahren unter uns bestanden, war Religion der einzige und a u s sch si e ß e n d e Unterrichtsgegenstand, dem 6 bis 8?iun^n täglich gewidmet wurden. Woher kommt es nun, daß von den in jenen Schulen Gebildeten, ein so großer, ja vielleicht der größte Theil in der heiligen Schrift, wie in den andern Religionsschristen dennoch Fremdlinge geblieben sind/und von den Ceremom'en, wenn sie solche auch mechanisch ausübcn, die Bedeutung nicht kennen? Woher kommt es, daß unter der kleinen Zahl, die zu einer vertrauten Bekanntschüft mit den Religionsschriften gelangt, deren so viele sind, die sich über die Beobachtung der meisten Gebräuche hinwegsetzen? Wenn diese Thatsachcn nicht bestritten werden können, was sind wir daraus zu folgern berechtigt? Ostenbar zweierlei. Erstens, daß das Gebiet des Ceremonial- Gesetzes '— wenn nämlich alles gehörig erläutert und aus den Quellen hergeleitct werden soll — zu ausgedehnt ist, als daß 14 bis 15 jährige Knaben von gewöhnlichen Anlagen — und diese machen immer die gro.ße Ktehrheit aus —^ cs umfassen und etwas mehr als einige zusammenhängende, halbverständene Bruchstücke behalten könnten; zweitens, daß sorgfältige Ausübung und Beobachtung der Gebräuche nicht sowohl ^I.Zahrg. 1. Band. .22