Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erbauungsrede, gehalten am Sabbath den 2ten September 1820 im Lokale der Gesellschaft der Humanität zu Kassel, in einem Kreise von Zöglingen und Erwachsenen
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 16)
- Language
- German
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Mit unfern übrigen Mitmenschen, wessen Standes oder Glaubens sie sein mögen, so werden wir auch dann gute Nachbarn, des irdischen Vaterlandes Friede suchend, gute Unterthanen, gute sittliche Menschen sein. Lasset uns jede öffentliche und einzelne Gottesverehrung , jede festliche Feier, als ein wahres Heiligthum unseres Bundes unserer heiligen Thora anschen und als solches in׳ Aus- Übung zu bringen suchen; so werden uns alle gottesdienstsichen Anstalten heilig , jedes Fest heilig, jedes Gebet heisig, die Sprache unserer Vater um so heiliger, aber auch fremde Zungen, durch welche ein menschliches-Gemüth sich rein zu Gott erhebt, werden uns heilig sein; -—nach dem hohen Vorbilde des weisesten Königs unserer Nation, der ja bei der Einweihung׳ seines neu erbauten' Tempels dem ewigen Allvater um die Erhörung des Ausländers aus fernen Landen, — der in diesem Tempel , beten würde, anflehete *). Lasset uns endlich, meine andachtigen Zuhörer, überhaupt das Gebot des Ewigen an Zfrael: ״Ihr sollt heilig sein, denn ich der Ewige euer Gott bin heilig" auf die Tafel unseres Herzens schreiben, so werden wir auch die wesentlichen Wahrheiten unseres Glaubens klar erkennen und unser ganzer Lebenswandel wird ein Zeichen des heiligen Bundes sein, sich bewährcnd und erhaltend bei unfern Nachkommen, zum ewigen Bund. Lasset uns also wahre Israeliten sein, so werden wir, in jedem Lsbensverhalnisse, unter allen Umständen — welche Kunst, welches Geschäft oder Gewerbe wir üben, gute sittliche Menschen, gläubige, treue Ge-' .*) m I B.. d. Kön. K. 8, V. 41. ff.