Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erbauungsrede, gehalten am Sabbath den 2ten September 1820 im Lokale der Gesellschaft der Humanität zu Kassel, in einem Kreise von Zöglingen und Erwachsenen
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 9)
- Language
- German
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r ׳ s6f Fragen wir uns nunmehr zuerst: wie hat er sich bisher Jahrtausende erhalten? Als Israel noch in seinem Lande war, damals machte die Gesammtheit, das Band des Volkes und die auf dieser National-Einheit beruhenden Religionsgesetze, auch seinen Bund mit Gott — die Ausübung seines Glaubens — seine Religion aus. Der Bund, die Religion, war eins mit ihrer häuslichen und ländlichen Einrichtung, ihrer Regierung, ihrer Rechtspflege, ihrem Kriege, ihren Festen, eins mit ihrer Freude wie mit ihr rer Trauer. Sah der Landmann die erste Feige, die erste Olive blühen, so bezeichnete er sie mit einem Fähchen und sagte : dieß sind die Erstlinge, dem Ewigen heilig. Das zehnte Schaaf war heilig, die Erstlinge vom Schaaf- und Rindvieh waren dem Ewigen geheiligt. Der Levite, als der geweihte Diener des Ewigen, holte' die Erstlinge'der Tenne und Kelter» und der Schur» Sühnopfer söhnten den reuigen Sünder mit Gott und seinem Gewissen aus. Jedes siebente Jahr, ruhte das Erdreich — es war geheiligt ׳wie der siebente Tag der Woche — der Ertrag des Landes in diesem Jahre, war für Arme und Fremde bestimmt. Das fünfzigste Jahr war geheiligt wie der fünfzigste Tag nach der Larbringung des Omer; ein Freijahr dem Ewigen zu Ehren, die heilige Feier desselben wurde am Versühnungstage verkündet. Die drei Feste des «Herrn» erneuten und befestigten die religiöse National-Einheit, wo auch der einzelne .Israelit geheiligt und erhöhet ward, durch die reichen Gelübde und Geschenke der zur Gottesstad't Wallenden, der Männer und Jünglinge, die da kamen zu erscheinen!9 *