Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erbauungsrede, gehalten am Sabbath den 2ten September 1820 im Lokale der Gesellschaft der Humanität zu Kassel, in einem Kreise von Zöglingen und Erwachsenen
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 10)
- Language
- German
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26g vor dem Angesichte des Hcrrrw Gedenken wir eines Peßachfestes und den öffentlichen Opferdienst an demsel- | den, dem Ewigen zu Ehren, nach den Gesetzen. Ge-«' denken wir der Herrlichkeit eines Festes der Erstlinge in Jerusalem , der Krone der Schönheit, im heiligen Leinpel, dem Stolze des Orients. Gedenken wir der heiligen Freude eines Hüttenfestes, die eines Beschlußfestes, die geheiligte Crntefeier des Landmanns, verschönert und erhöht durch die Gottesverehrung bei Palmzweig und Myrthen mit freudigen Lob - und Dankgesängen vor dem Angesichte des Herrn. Gedenken wir der Majestät und heiligen Pracht eines Hohenpriesters am Versöhnungstage, wo die anbetende Volksmenge in der Vorhalle des Heiligthums den Ausspruch des heiligsten Namens in Dcmuth erwartend, beim Vernehmen desselben dann in schauerlicher Ehrfurcht aufs Antlitz niederste! und betete: ״Gelobt sei der Name seiner herrlichen Regierung in Ewigkeit!" Die Religion war eins mit der Regierung. Der König sollte selbst das Gesetzbuch mit sich führen, und alle Tage seines Lebens darin lesen und fein Volk bei öffentlichen Zusammenkünften daraus unterrichtem Die Religion war eins mit dem Kriege. Bei Zosua wie bei den Richtern, bei Saul, bei David wie beinahe zwölfhundert Jahre spater bei'dem Heldenstamm der, Chas-. menaer; stets war das Losungswort: dgs Schwerdt -im Namen des Ewigen! So war es, als Israel noch ein Land, noch ein Reich, noch eine heilige Stadt, noch einen Tempel, noch einen Hohenpriester hatte.- Aber so sollte es nicht bleiben. Des Ewigen unveränderlicher Nathschluß hatte das