Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine Homilie
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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gelaufene Leben, wie wir zurückschauen auf den selig verbrachten Tag — wie ruhig erwartet er den Abcndstern, den Hoffnungs-, den Liebesstern. Unser Morgen׳ — unser Mittag, unser Abend, unsre letzte Geb e tstunde war ja nur eins, hatte nur einen Zweck, war von einer Liebe beseelt, von der Liebe zu dem Einzige n, den wir anrufen. Mit diesem Rufe schließt sich unser Bersöhnungstag — so, ja so möge sich unser Leben schließen! Wenn du auf dem Lager, von welchem du nie wieder aufstehst , dein irrdisches Leben aushauchest und nach frommer Sitte die Brüder den Bruder, die Schwestern die Schwester umstehen und rufen, wenn die Seele zu Gott geht: Höre Zsrael, Gott ist einzig — so mußt du zurückschauem können auf deinen Lebenstag, eins mit dir selbst — eins mit den Hinterlaßenen — eins mit deinem Gott — vergegenwärtige dir diesen letzten Augenblick, wirst du es können? — o lebe so, daß wenn du von dannen gehst, du alles irr Einheit zurückläßest, deine Gattin, deine Kinder, deine Brüder, deine Schwestern! Dein Morgen, dein Mittag, dein Abend, beim Schlüße des Lebens müssen sie Hallelujahs bilden dem Hocherhabnen, und tönen, wie heut am Schlüße des Tages — gepr! esen fei der Na-- me seiner Herrlichkeit in Ewigkeit! Und du hast auch sieben Zahrzehmde erreicht, du mußt sie alle in Gottergebenheit, in Gottesfurcht, in Gottesliebe, in Gottes«nerkennung verlebt haben, daß alles, was von ihm kommt rein und gut sei, daß er richtet und vergilt nach Wahr- VI. Zahrg. 1, Band. 14