Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine Homilie
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2304627-2304634-2304635-2309120--06121-2309521- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ry2 :: r-Wennunser Lebenstag abgelaufenk ln Tilgend und reillem Wandel, wenn wir uns mit: Gott und Religion vertraut gemacht — glaubt es, Brüder, Schwestern, Geliebte! dann scheiden wir gern aus einem Leben, wo wir mitten im'gcistigen:Genüsse von ünserm Körper:und seinen Bedürfnissen gestört wurdem Glaubt es,׳ wir verlauschen:dann das׳ kleinere Gotteshaus gern mit dem Großem, und unsere Seele schmachtet nach, dem lebend»- gen Gotte, nach dem Quell unsers Heils, wie der Hirsch' nach:frischen Quellen'־schmachtet. Aber hast du keine: der- Lebenszeiten verweilt im Heiligthume Gottes/ waren! dir- Gott, Tugend, Religion leere Namen, Worte ohne Sinn — warst du, weil du diese Lsebesketten nicht kanntest, gefesselt von eitler Lust, von einem Wohlleben, das inehr einem Tode glich — hat das Hö- Here und Bessere niemals Eingang bei dir gefunden — hielt dich die Welt gefesselt mit ihren Freuden ׳— o dann fühlst du kein Heimweh, keine Sehnsucht nach:der Heimüth — eine liebesleere Fremde ist dir das.Water-: Haus droben — du schauderst, wenn du daran denkst!׳ Aber abgerufen, abgefordert., nein abgerissen wirst du doch von der Erde, du mögst dich sträuben , wie du willst — es wird vor deinen Augen immer finsterer, ja näher der Abend rückt; du bist!nicht rein wenn die Sonne sinkt. Wer aber das Morgen-, das Mittag- unddas Vesper-Gebet im Hause des Herrn verrichtet — wer die Kindheit, die Zugend, das männliche und das greise Alter in Reinheit verlebt, und vor Gottes Angeficht verweilt— wie ruhig schaut der zurück auf das ab- •a :1!'V I 1