Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine Homilie
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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94 נ heit und Gerechtigkeit; daß er liebt und verzieht! Jed e s Jahrzehend, sage ich, muß ein Lobgesang der Gottheit gewesen sein! Und vertauschest du sie nun, diese vergängliche Welt, mit der ewigen, in welcher dir alles klar und Helle ,werden wird — 0 so müssen alle deine Lage und Jahre noch beim letzten Athemzug verkünden, wie heute am Schlüße des Tages siebenmal, verkündet wird: ״D e r Ewige nur i st G o t tü" Und die Kinder und die Enkel, die um dein Lager stehn, in Lhränen und Liebe, sie müssen dir's ansehn — daß e s am Abende noch Heller in dir geworden, und daß du beim Sonnenuntergangs rein bist, rein verklärt, gleich der Sonne beim Untergehn. Still und ruhig mußt du von dannen scheiden —'wie. die Sonne scheidet. — Wie die Sonne beim Scheiden— so mußt auch du noch, wenn auch wehmüthig, doch freundlich zurücklächeln auf die Zurückbleibenden; Seegen mußt du auf Erden zurücklassen, wie die scheidende Sonne, und alle, alle die dich kannten und liebten, sie müssen von dir rühmen können, daß du so rühmlich wie die Sonne dein Tagewerk bestanden, daß du, glorreich wie sie, deine Bahn vollendet hast; daß du mit Liebesgluth alle erwärmt, die Schutz und Schirm an deinem Herzen suchten, die ein Recht an deinem Herzen haben, daß du mit Leben und Licht alles erleuchtet was an deinen Geist suchend sich gewendet; daß du am Morgen, am Mit- 1 ׳ ag, am Abend, früh und spat, im Heiligthum gestanden, ein dienender Priester, der das Feuer des göttlichen Glaubens immerwährend unterhalten von früh bis spat am Abend!' Am Abend aber muß es desto Hel-; 1 t! $ :! :4 1 l ־*