Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1820-01-01 · Heft 1 · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
6 (1820-1824)
Issue
Heft 1
Article
Eine Homilie
Date
1820-01-01
Page
Seite 191 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2304627-2304634-2304635-2309120--06120-2309520
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

׳/׳-' V;, ryr deine Gefühle fitib nicht rein, nicht stlig; du denkst wähl, aber dein Denken ist verworren, du lebst wohl, aber dein Lebenist•: ein bloßes Athmen, wie der Talmud be» merkt: ״lebendige Gräber find die, die ohne Gott leben."—-- Nein, nein, wir leben nicht ohne ihn , wir könnten nicht ohne ihn, leben.- Fühlt es ihr Männer, fühlt esihr Fkaüen, ihr Aünglinge und Mädchen, ihn laßt euch nicht nehmen / an ihn haltet euch zu jeder: Tages-zu Lebenszeit und w e n n die S o n ne u n t e r g e h t, werdet ihr so rein sein, wie beim Sönnenaufgang!. ׳׳. , : ׳:■.. Am Abend erst wird's Helle werden uNd beim S onnen unter gange sind wir tein. - Der Tag. hat sich gewendet, und die Sonne droht unterzugehn — und unser viertes Gebet — kurz undinnig — wird beginnen. Brüder! Schwestern! Geliebte!- unser Schluß-Gebet deutet auf den Schluß unsers, Leben.S hin! Der Lebenstag ist abgelaufcn, dahin sind die! Kräfte! Unsere Knieen wanken — fast können wir nicht mehr in geistiger Ruhe, in Herzensandacht zum Herrn beten — wir fühlen ein Heimweh — nach der He imath gelüstet's uns! — Wen aber gelüstet's nach dev Heimath? Nicht den, der sich den ganzen Tag nicht blikkrn ließ in des Herrn Haus/ der herumhüpfte von Lust zu Lust und einen schönen großen Tag verlor — ö dem׳ graut es gewöhnlich vor der Heimath, sie ist ihm keine, ihm ist sie fremd! er kennt sie kaum! Leben nennt er ja nur die Stunden, die er außer dem Hause verbringt!!!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.