Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2304627-2304634-2304635--06105-2309506- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m Israelit nicht bloß in -er hebrä i sch e n Sprache-׳beten müsse, sondern auch in der deutschen Sprache-beten könne u.s.w-, heißt es am Schlüße der-Schrift wie folgt: ——״Aber dürften Gegner sagen, man müsse wohl alles' anwenden in unfern Tagen das Hebräisch-Äeten zu vertheidigen, weil sonst die Sprache noch mehr unter uns vernachläßigt und vergessen würde,, und ihrem gewissen Untergange entgegen ginge. Ich muß Ihnen gestehen, dieser Einwurf hat meinen ganzen Unmuth aufgeregt. Freilich muß man bekennen, daß die Kenntniß der heiligen Sprache von Fahr zu Jahr bei uns, seltner wird, und wenn nichts zu ihrer Erhaltung geschieht, so werden unsere, nächsten Nachkommen wohl, schwerlich mehr von ihr wissen, als vielleicht noch ihren Namen, , Aber wissen Sie auch, woher dieser Werfall der Sprache, gekommen? was ihren Sturz so sehr befördert? Es ist der geringe Werth, den fast der größte Theil der Israeliten, ihre Gelehrten selbst nicht ausgenommen , auf sie legt. Der falsche Begriff ist es, daß wenn man nur den Talmud studirt, könne man alles Studiums der eigentlichen reinen hebräischen Sprache entbehren, der Wahn, man braucht nur hebräisch zu beten, wenn man auch die Sprache nicht verstehet. Diese durchaus falschen, mit nichts zu entschuldigenden Aussprüche sind es, daß sie sich so bald nicht von ihrem Falle erheben wird u. st w. Und wie, das Beten soll die'Sprache-erhalten? Durch das Beten in der Landessprache würde die hebräische untergehn? Warum fürchteten dieses unsere Talmudisten nicht, als sie den Talmud, und -so viele Ge- VI. Jahrg. x, Band. ja