Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige falsche Ansichten in Rücksicht auf die Tendenz der Erziehung
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 6)
- Language
- German
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144 den. Darum laßt uns die Bildung des Aeußern, der uns anvertraüten Kinder nicht geringdoch auch zu hoch nicht schätzen, am wenigsten aber in ihr der Erziehung j Wesentlichstes zu finden glauben. Dem vollendeten Baue darf das Frische der äußern Farbe, das gefällige Ansehn von Außen nicht fehlen, aber wie thöricht wäre der, dem dieses äußere Aussehn für den Bau selber gelten möchte. Eine gute Handlung vor Gott — wie konnte aller Anstand gegen Menschen sie aufwiegen? ein edles Gefühl, das dem Menschen die Pforten seiner innern Welt aufschließt , was ist gegen dieses, all der Flitter, von der großen Welt Ton genannt? Möge es mit deinem Beistände, o Gott, uns gelingen , in die Seele der Uns anvertraüten Zugend das Gutezu pflanzen-— so wird von selbst-was im ZnNerü als Tugend wurzelt, nach Außen schöne Früchte tragen, ist die Wurzel unverdorben und reich an guten Saften, so entsteht von selbst aus ihr ein schöner Stamm, lieblich anzuschauen und wohlgefällig Gott und Menschen. Lernt nur, meine guten Kinder, Euern Nächsten lieben, und ihr werdet Gefälligkeit gegen ihn nicht erst erkünsteln müssen, lernet nichts Böses wollen,!!;'! und ihr werdet nichts U n sch i ck l i ch e S thun, lernet das Gemeine verachten, und nie wird Gemeinheit den Weg zu Euern Lippen finden, wenn sie nie in Euer Herz sich eingeschlichen. Wer die Tugend besitzt, dem wird ihr äußeres Zeichen von selbst, mühsam wird das Eisen geschliffen, daß es glänze, der Diamant zieht seinen Glanz aus sich selbst. Unwillkührlich huldigt das :;1 Laster der Tugend, da es nicht wagt in seiner natürlichen