Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige falsche Ansichten in Rücksicht auf die Tendenz der Erziehung
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 5)
- Language
- German
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123 . Hüten wir rms. ferner/ vor dm beiden Extremen, deren.eines, die äußere Bildung der innern vorzuziehn, das Gefällige mit dem Rechten, das HieMche mit dem Guten, ,das Gesittete mit dem Sittlichen verwechseln, lehrt und deren anderes, gänzlich unbekümmert um das, wodurch der Mensch zuerst den Menschen anspricht, den Wein verdirbt durch Vernachläßigung des Gefäßes, ein gemeines Aeußere duldet, und hierdurch nicht selten ein gemeines Wesen erzeugt. , v ■ Laßt uns - auch in diesem -wesentlichen Th eile der Erziehung nicht abweichen, weder zur Rechten noch zur Linken. Wohl ist es — wie der weise König sagt — schön , goldene Aepfel aufzubewahren in silberner Drahtarbeit, und wie die Sonne noch ehe sie unfern Augen sichtbar ist, verkündet wird durch der Mörgenröthe Purpur, so ist bei dem wahrhaft Vortrefflichen und Vollkommnen, das Gefällige und Liebliche des Aeußern, der Form, ein Abglanz seiner innern Trefflichkeit und ihm gelingt das preiswürdige Bestreben durch sein Beispiel die Tugend, nicht nur achtungswürdig, sondern auch liebenswürdig zu machen. Aber wie klein ist nicht dennoch dieses alles , wie unbedeutend der äußere Mensch in Vergleichung mit dem innern Menschen. Wenn das Hohle tönt, wer möchte da den Ton noch schätzen? Wenn des Aeußern Bildung absticht gegen die innere Gehaltlofigkeit, oder gar gegen die innere Verworfenheit, dann macht es jene um so verächtlicher, diese um so hässenswürdiger. Wie künstlich man den Sand auch thürme, inn'rer Werth wird ihm nie, wie fest die Muschel die Perle auch verschließe, doch weiß der Kenner sie zu sin« y *