Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige falsche Ansichten in Rücksicht auf die Tendenz der Erziehung
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 4)
- Language
- German
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122 bezwecken soll. Nicht immer, nicht unbedingt ist die Kennt» •׳׳.׳■] niß ein Gut. Die Fackel des Geistes, mit welcher der Z Bessere die Welt erleuchtet, dient dem Bösen die Welt zu entzünden. Die Einsicht ist eine Flamme, welche hier zum Erwärmen , dort zum Versehren benutzt wird. ^Wir; können viel wissen, mnd wenig oder gar nichts sein. לל Wir können viel wissen, und wenig oder gar nichts i\j thun. Wir können endlich viel wissen, und der Welt יי׳ wenig oder gar nichts nützen. Zwar ist allerdings die Wissenschaft ein großes, ein herrliches Gut. Ihren!;ל Freunden leuchtet eine Helle Sonne, wahrend ihre Verachter im Finstern tappen und des Weges verfehlen, sie" \\ ist die magische Wünschelruthe, welche die Schatze des 1 Geistes zu Lage fördert, die Jahrhunderte gesammelt, f der Zauberstab, der Einöden,^ durch seine innere Schöpfungs-! ' kraft in Paradiese verwandelt, der einzige Reichthum, der U mit dem Menschen sich verwebt, den keine irdische Macht lv:; vernichten, kein widriges Geschick uns rauben kann. Aber לי trefflich belehrt uns der weise Prediger: über dem Hohen steht Höheres, über dem Hohem das Höchste. Herrlich ist die Krone der Lehre, aber unendlich herrlicher die Krone der That. Lob verdient der fleißige Knabe, der ' : durch angestrengten Fleiß sich zu den Höhen des Wissens 1; erhebt, aber er verdient es nur dann, wenn die Quelle ,4 seines WissensdrangeNs nicht in einer Pfütze entspringt- , nicht im Neide, nicht in der Ruhmsucht zu suchen ist, wenn er die Wissenschaft um ihrer selbst willen und über;! ihr das Gute um seiner selbst willen liebt.׳ Bor allein ל belehrt uns unser Text — vor allem bewahre dein Herz, '! denn solches ist die Quelle des Lebens. ■ ׳;|