Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige falsche Ansichten in Rücksicht auf die Tendenz der Erziehung
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 3)
- Language
- German
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121 Zu Euch also, meine lieben Kinder, und zu Euch, ihr guten Eltern und Freunde der Jugend, richten sich diese Worte, über das, was als wesentlicher Bestandtheil, was bloß als verschönernde, aber nicht wesentliche Zierde, und was endlich als überflüßiges, ja schädliches Schnitzwerk erscheint, welches die Einfachheit und stille -Würde des Kunstwerks zerstört. Denn da, wo so vieles und so vielerlei in Eine HZ- Here Einheit gebracht werden soll, da verwirren sich nur allzuleicht die Ansichten der Kundigen und mehr noch der Unkundigen über das, was als des Baues Kuppel glänzen, und den Bauenden herrlich vorschweben soll, damit nicht nur die Bestandtheile, sondern auch die Neihenfolge gut und der wahren Ansicht gemäß sei. Wie aber der Schatten das Licht begranzt und erhöht, so erkennt das Wahre wer das Falsche als falsch erkennen und so vermeiden lernte. Laßt uns also zuerst die Frage beantworten, was alles das Höchste in der Erziehung nicht sei, und die Klippen anzeigen, vor denen der Steuermann sich wahren soll. Hüten wir uns also erstens den Unterricht Mein, als das Wesen der Erziehung, und Bildungsanstalten bloß als Magazine der Kenntnisse zu betrachten, deren höchste Aufgabe es sei, die größtmögliche Summe von Kenntnissen in der möglichst kleinen Zeit, dem ihnen anvertrauten Kinde einzupropfen. Wohl ist der Unterricht ein w ese n t l i ch e r L h e i l der.Erziehung, aber er ist keineswegs das Wesentlichste, noch viel weniger das Einzige, was die Erziehung VI, Iahrg. x, Band. o