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Sulamith · 1820-01-01 · Heft 1 · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
6 (1820-1824)
Issue
Heft 1
Article
Über einige falsche Ansichten in Rücksicht auf die Tendenz der Erziehung
Date
1820-01-01
Page
Seite 120 (sequence 2)
Language
German
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zu erziehen und zu bilden, und das er mit den goldnen Worten beginnt: wer weise ist, der höret und bessert sich, und wer verständig ist, der lässet sich rathen. Darum hat er in diesem trefflichen Buche nicht nur den rechten Weg vorgezeichnet, daß man ihn wandle, sondern auch von den Irrwegen geredet, daß man sie meide. Jener aber — ewig einer und eben derselbe, kann und wird sich Nimmer ändern, manigfqltiger sind diese, und abwechselnder nach der Zeit. So laßt uns nach seinem Vorbilde oft uns Vorhalten, nicht nur was wir sollen, sondern auch was wir nicht sollen, nicht nur, was euere erste Sorge sein , sondern auch was sie nicht ׳fein solle, damit wir von dem Wahren und Guten nicht abweicheir weder zur Rechten noch zur Linken. Wer ein festes Ziel sich vorgesetzt, und mit fester Hand die Mittel dazu ergreift, der wird des Zweckes um so weniger fehlen, je klarer er ihn ins Auge gefaßt, je sicherer er auf einem und demselben Standpunkt verharrt, und je bestimmtet er das Niedrigere dem Höhern, das Vergängliche dem Bleibenden, unterzuordnen weiß. Weil aber die Erziehung des Menschen am meisten von seinenEltern und Lehrern und endlich zuerst und zuletzt von ihm selbst ausgeht, weil der Keim des Guten, von den Eltern ge- ׳ pflanzt/'von den Lehrern gepflegt, von dem Kinde selbst bewahrt und gehütet werden muß, um dereinst segenreiche Früchte zu tragen, so kann nur durch gemeinschaftliches Wirken die zarte Pflanze bewahrt bleiben vor dem Froste der Eigensucht, vor der Gluth der Leidenschaften, vor I: dem Sturm der Begierden, vor der Trockenheit des j! Herzens, welche die edelsten Gefühle verdorrt.

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