Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Literatur
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 8)
- Language
- German
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Pflichten durch Sanktionen jenseit des Grabes einschärft? Ja, er hat sie. Ex verehrt denselben Gott wie wir, den Mott Abrahams, Isaaks und Jakobs; das Gesetz, das .ihnen namentlich gegeben ward, bekennen wir als verbindlich sür Uns; und das ausgenommen, was der Schöpfer für Jahrtausende dem Gewissen des Menschen eingeprägt hat ^besitzt die.Äelt kein anderes. Wir sind als Christen belehrt, daß Las Ganze des heiligen Buchs mit Mander stehen oder fallen muß; daß folglich die Religion des Juden ein Theil der unsrigen ist. Man hat uns gesagt, daß der Stifter unsrer Religion nicht kam, die Welt zu beherrschen, sondern für uns die Pforten des Himmels zu eröffnen. Kann man also sagen, der Jude habe keine Religion, die ihn in der Zukunft verantwortlich machte? Er hat sie. In seiner Jugend ist er in denselben Borschriften zur .Einrichtung seines Lebens unterrichtet;vorden wie wir; in seiner Kindheit hat man ihn dasselbe Gebet allgemeiner Liebe und Sittlichkeit stammeln gelehrt, das die christliche Mutter ihrem Kinde vorsagt. Er glaubt an einen Messias, der da kommen soll mit großer Macht und Herrlichkeit , den Erdkreis zu richten; dieß ist auch unser Glaube. Woher nnn dieser intoleranteVerfolgungsgeist gegen die Juden. Ist Gefahr vorhanden, daß es an Verfolgern, fehlen wird? Ist irgend eine Gefahr da, daß sie, wenn sie nicht mehr verfolgt werden und.also auch aufhören ein besonderes Volk zu sein, nicht länger das lebende Wunder sind, welches sie aufstellen?. Dann . wird der Wille des Himmels in Erfüllung gegangen sein. - Mit Widerwillen habe ich diesen Gchankengang bis hieher :! verfolgt; und es ist mein Wunsch, alles zu vermeiden,